Kunstraub im Folkwang-Museum!
- Peter Marx
- vor 9 Stunden
- 3 Min. Lesezeit

Lieber Klaus, nach Deinen beiden historischen Romanen und zwei Kinderbüchern erscheint nun ein Krimi von Dir im Hummelshain Verlag, die „Mordkunst an der Ruhr“. Die Kriminaloberkommissarin Möhrchen Terschüren ist für Fans deiner Krimis aber keine neue Figur. Stellst Du sie den Hummelshain-Lesern einmal vor?
Möhrchens erster Auftritt liegt zehn Jahre zurück und wird in „Blutgeld auf Reise“ geschildert. Sie war die Lieblingskollegin ihres Vorgängers Sigi Siebert, der in Pension gegangen ist. Eine Verjüngung des Krimi-Personals musste her, und weil ihr die Sympathien der LeserInnen zuflogen, war es nur folgerichtig, Möhrchen zur Haupt-Protagonistin zu machen.
Die clevere Oberkommissarin aus Essen möchte man als Täter nicht gerne auf den Fersen haben. Sie geht ab und zu ungewöhnliche Wege, um Ermittlungserfolge zu erzielen, und bietet den Herren der Schöpfung gerne mal Paroli. Ihren Vornamen Theodora mag sie nicht besonders, lässt sich lieber Thea nennen, von guten Freunden Möhrchen. Der Spitzname geht auf ihren Lockenkopf in einschlägiger Farbstellung zurück.
Ihre Haare liebt Möhrchen. Auf Kriegsfuß steht sie dagegen mit ihren Sommersprossen und ihren überschüssigen Pfunden. Während sie gegen erstere machtlos ist, geht sie gegen letztere genauso hartnäckig vor, wie gegen Kriminelle. Leider mit weniger Erfolg!
Nach einer schwierigen Phase der Annäherung ist Möhrchen mittlerweile mit ihrem Kollegen Erich verheiratet, der als Erster Hauptkommissar gleichzeitig ihr Chef ist. Dritter im Bunde ist der junge Kommissar Korkmaz Kurt, dessen Familie türkische Wurzeln besitzt.
Im aktuellen Fall geht es um einen spektakulären Kunstraub an einem legendären Ort – dem Essener Folkwang-Museum. Was hat Dich an der Idee gereizt?
Essener Stadtteile und Orte sind immer schon Schauplätze meiner Krimis gewesen. Da ich den Impressionismus mag und manchmal erstaunt war, wenn ich Bilder aus dem Folkwang-Museum in diversen Kunstbüchern abgelichtet sah, verfiel ich auf die Idee, den Raub bedeutender Kunstwerke zum Aufhänger für einen neuen Mordfall zu machen. Die einzelnen Kapitel des Krimis sind dabei den impressionistischen Malern gewidmet, die im Museum ausgestellt sind, sie beginnen mit einem kurzen Zitat und seine Werke, die sich in Essen befinden, sind zum Teil aufgeführt. So wird der Krimi ganz nebenbei zu einer ausschnittweisen Museumsführung. Diese Verbindung zu schaffen, und damit noch mehr Authentizität, hat mich gereizt.
Braucht es für Dich eigentlich ein völlig anderes „Mindset“ wenn Du einen historischen Roman oder einen Krimi schreibst? Oder gibt es da Schnittmengen?
Ich lese selbst lieber Bücher, die einen gewissen Spannungsbogen aufweisen. Kapitellange Aufzählungen von Personen, ihre Beschreibung und die Auflistung ihrer Verbindungen untereinander, finde ich zum Beispiel gähnend langweilig. Daher versuche ich immer, die Handlung kontinuierlich fortzuentwickeln, ganz gleich, in welchem Genre ich unterwegs bin.
In meinen historischen Romanen schildere ich Personen aus meiner Familie. Daraus entsteht natürlich eine besondere Nähe zu den Figuren. Vieles ist mir selbst erst beim Schreiben klargeworden. Eine gewisse Nähe zu den Protagonisten entsteht aber auch dann, wenn man eine Krimireihe schreibt. Irgendwann kennt man seine Pappenheimer ziemlich genau.
Im Grundsatz ist die Herangehensweise an einen Roman bei mir immer dieselbe. Am Anfang stehen die Fragen: Welche Geschichte will ich dem Leser erzählen, welche Erzählstruktur passt dazu und was lasse ich besser weg, weil es nicht relevant für die Geschichte ist? Diese Überlegungen überprüfe ich beim Schreibprozess mehrfach, bis mich das Ergebnis zufriedenstellt. Das Ende der Arbeit markiert die Feststellung: Besser kann ich es nicht!

Tipp: Premierenlesung am 25. Juni im Petershof Kettwig - Eintritt frei




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